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PHILOSOPHIE

Mit Tusche und Feder zu zeichnen habe ich schon in den 90en Jahren, während meines Studiums angefangen. Sehr schnell habe ich mir im Bezug auf meine Zeichnungen einige, wie mir damals schien, wichtige und interessante Fragen gestellt, die ich seit dem auch zu ergründen versuche. Eine zufriedenstellende Antwort habe ich bis jetzt immer noch nicht gefunden.

In meinen Arbeiten gehe ich weiter diesen Fragen, die mich schon so lange faszinieren, nach und bleibe dabei fast ausschließlich nicht objektbezogen und im Bereich des Abstrakten.

Ich nenne diese Suche nach den Antworten „Das Studium der Linie an sich“ und versuche dem Blatt Papier ein paar Antworten auf diese Fragen zu entreißen.
Da Philosophie mein Hobby ist, lag mir der Name nah…

Die Fragen…

1.
Die Reduzierung auf Linien, hochkontraste Strukturen ohne weiche Tonübergänge und begrenzte Farbpalette – das sind meine gewollte und bewusst gewählte stilistische Mittel.

Wenn ich eine Linie zeichne, frage ich mich oft – was zerteilt diese Linie? Die Fläche? Sind es jetzt zwei Flächen oder immer noch eine, aber zerteilt? Und wenn es viele Flächen und viele Linien werden, was ist dann zu sehen: Linien oder Flächen? Sind sie getrennt oder gehören sie zusammen?

Darüber hinaus kann eine Linie dick oder dünn sein. Wird sie aber dick, bleibt sie dann noch immer eine Linie oder wird sie zur Fläche? Usw…

2.
Mich interessieren auch neue Konnotationen, die man immer wieder in einer Zeichnung finden kann.

Die ergeben sich fast zwangsläufig, da ich in meinen Arbeiten verschiedene Elemente, Zeichen, Symbole und Darstellungen von Prozessen, die uns Menschen im Alltag stets begleiten und uns vertraut sind, verarbeite, aber denen nie eine eindeutige Zuweisung gebe und so in der Interpretation neue Kombinationen und Verbindungen ermögliche.

Dadurch entsteht eine große semantische Vieldeutigkeit, die dem Betrachter Freiheit für individuelle und immer wieder neue Interpretationen lässt.

Generell überlasse ich die Interpretation und die Deutung des Bildes dem Betrachter – es sind seine Assoziationen, seine Gedanken, Empfindungen und, im gewissen Sinne, Entscheidungen, auch wenn man morgen dem Bild eine ganz andere Bedeutung und anderen Namen gibt.

Das bleibt dem Betrachter überlassen…

3.
Auch die Suche nach dem Gleichgewicht in der Komposition ist immer wieder spannend.
Wo ist oben und wo ist unten? Und warum?

Für jeden fällt die Antwort unterschiedlich aus, und obwohl man nur die vier Möglichkeiten hat, ist es manchmal nicht so einfach sich zu entscheiden. Man dreht das Bild, mal so, mal so. Jede Position hat ihren eigenen Eindruck und unter Umständen muss man sich dann zwischen vier verschiedenen Bildern entscheiden.

4.
Ich teile meine Arbeiten in Serien je nach Aspekten der Komposition, die mir in den jeweiligen Arbeiten wichtig sind – „Organoiden“, „Mechanoiden“, „Feldstudien“, „Steingärten“, „Netzwerke“, „Plain“ oder „Komponenten“.

In dieser Auswahl habe ich Beispiele aus einiger Serien zusammengefasst.

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Ryn Shaparenko

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Kunstrichtung

Wenn es darum geht, bei welcher Kunstrichtung ich mich verorte, würde ich sagen, dass ich mich an die Prinzipien und theoretischen Ansätzen des Suprematismus von Kasimir Malewitsch orientiere.

Suprematismus – (von altlateinisch supremus, „der Höchste“) ist eine Stilrichtung der Moderne der bildenden Kunst, verwand mit Futurismus und Konstruktivismus. Sie entstand während der russischen Avantgarde etwa um 1915 bis zum Beginn der 1930er.

Unter „Suprematie“ verstand der Künstler Kasimir Malewitsch die Vorrangstellung der reinen Empfindung vor der gegenständlichen Natur.

Der Suprematismus wurde von Malewitsch in den Jahren 1912/13 aus den Ideen des Futurismus heraus entwickelt.

Es handelt sich dabei um die erste konsequent ungegenständliche Kunstrichtung. Die ungegenständliche Kunst unterscheidet sich von der abstrakten insofern, als ihre Formen keine Abstraktionen (Verwesentlichungen/Vereinfachungen) von sichtbaren Gegenständen sind.

Der Suprematismus ist eine von Gegenstandsbezügen befreite konstruktive Kunstrichtung; sie stellt die Reduktion auf einfachste geometrische Formen in den Dienst der Veranschaulichung ‚höchster‘ menschlicher Erkenntnisprinzipien.

Malerisches Initialwerk des Suprematismus war das Bild Schwarzes Quadrat von Malewitsch, ein auf weißem Grund gemaltes rein schwarzes Ölbild. Malewitsch selbst nannte es die „ungerahmte Ikone meiner Zeit“.

Gleichzeitig verstand Malewitsch das Schwarze Quadrat als maximale Verdichtung der Farbmasse; es war für ihn das Symbol für „geometrische Ökonomie“. Er selbst schrieb in seinem 1927 veröffentlichten Bauhausbuch Die gegenstandslose Welt:

„Unter Suprematismus verstehe ich die Suprematie der reinen Empfindung in der bildenden Kunst. [..] Als ich im Jahre 1913 in meinem verzweifelten Bestreben, die Kunst von dem Ballast des Gegenständlichen zu befreien, zu der Form des Quadrats flüchtete und ein Bild, das nichts als ein schwarzes Quadrat auf weißem Felde darstellte, ausstellte, seufzte die Kritik und mit ihr die Gesellschaft: Alles, was wir geliebt haben, ist verloren gegangen: Wir sind in einer Wüste … Vor uns steht ein schwarzes Quadrat auf weißem Grund! [..] Das schwarze Quadrat auf dem weißen Feld war die erste Ausdrucksform der gegenstandslosen Empfindung: das Quadrat = die Empfindung, das weiße Feld = das Nichts außerhalb dieser Empfindung.“

Schwarzer Quadrat, Tusche

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